Pflegeversicherung

Hörgeschädigte Personen können einen Antrag bei der Pflegeversicherung machen. Hierbei muss zwischen den Geldleistungen und den technischen Hilfsmittel (z.B. Lichtklingel, Wecker mit Blitzlicht oder Vibrationsalarm, ...) unterschieden werden. Das Geld dient dazu, um die durch die Behinderung entstehenden Mehrkosten zu kompensieren. Man kann das Geld zum Beispiel benutzen um einen Gebärdensprachdolmetscher zu bezahlen.

Die technischen Hilfsmittel sollen hörgeschädigten Personen den Alltag erleichtern.

Wichtig: Nicht jeder bekommt die Pflegeversicherung. Der Grad der Schwerhörigkeit ist entscheidend darüber ob die Pflegeversicherung genehmigt wird oder nicht. 

 

Informationen zur Reform der Pflegeversicherung - 27.07.2016

Schon lange ist eine Reform der Pflegeversicherung geplant. Die Änderungen bei der Pflegeversicherung sollen am 1. Januar 2017 in Kraft treten.

Im Rahmen der Reform hat Solidarität mit Hörgeschädigten bereits am 28. April 2015 einen Brief an Herrn Schneider, Minister für soziale Sicherheit geschickt. Hier wurden folgende Änderungsvorschläge eingereicht:

Hörtests ohne Hörprothesen durchführen, um Ungerechtigkeiten zu vermeiden
Unterscheiden ob der Betroffene prä- oder postlingual ertaubt ist, um den Einfluss auf die sprachliche Entwicklung des Betroffenen zu berücksichtigen
Miteinbeziehen von Sprach- und Verständigungstests
Berücksichtigung ob der Betroffene autonom kommunizieren kann oder ob er die Hilfe einer anderen Person braucht
In Betracht ziehen inwiefern der Betroffene aufgrund seiner Behinderung beim Erlernen einer Fremdsprache gehemmt war (im Kontext des mehrsprachigen Luxemburgs)
Regelmäßige Evaluierung der Liste der technischen Hilfsmittel welche von der Pflegeversicherung übernommen werden (in Anbetracht der technischen Entwicklung).

In diesem Brief wurde auch ein persönlicher Termin bei Minister Schneider beantragt, welcher dann am 1. September 2015 stattfand. Neben dem Minister, waren auch Vertreter vom Ministerium für soziale Sicherheit, von der Pflegeversicherung, von LACI, Daaflux und Solidarität mit Hörgeschädigten dabei.

Neben den bereits im Brief erwähnten Punkten wurde darüber diskutiert inwiefern hörgeschädigte Personen überhaupt  „abhängig“ von der Hilfe anderer Personen sind und somit Anrecht auf Leistungen der Pflegeversicherung haben sollten.

Zudem wurde die, wie Ausland bereits übliche, direkte Kostenübernahme von der Krankenkasse für Dolmetscher angesprochen. Hierbei wird jedoch auf die interministerielle Zuständigkeit verwiesen.

Das Gleiche gilt für die Anmerkung, dass in Luxemburg neben dem „Congé pour raisons personnelles“ (Urlaub aus persönlichen Gründen) keine zusätzliche Freistellung von der Arbeit (z.B. bei CI- Operation und Reha) möglich ist. Das Familienministerium ist hierfür zuständig.

Der im Juni 2016 vorgestellte Entwurf zur Reform der Pflegeversicherung bringt vor allem eine große Änderung mit sich, nämlich die Einführung eines 15-Stufenmodells. Für jede Person die Pflege/Hilfe braucht, wird bestimmt wie lange (in Minuten) sie Pflege/Hilfe braucht. Diese Dauer entscheidet über die Stufe in die sie kommt. Diese Dauer kann flexibel vom Dienstleister (z.B. Krankenpfleger) benutzt werden. Der Vorteil für die Person die Pflege/Hilfe braucht, soll sein, dass die Dauer an Pflege/Hilfe, sie sie bekommen kann, nach ihren eigenen Bedürfnissen genutzt werden kann. Nicht wie bei dem alten Modell, wo jede Hilfshandlung genau zeitlich abgemessen war. Die Reform soll also mehr Flexibilität und eine bessere Qualität für die Betroffenen gewährleisten.

Die Geldleistungen für Hörgeschädigte und Spina Bifida Patienten bleiben weiterhin bestehen. Hier sind im Moment keine Änderungen vorgesehen.